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Rennmäuse sind ganz einfach zu füttern, ihr Nahrungsspektrum ist sehr groß. Das heißt aber nicht, daß alles, was sie gerne fressen,
auch unbedingt gut für sie ist. Es ist aber wirklich kein Problem, sie richtig zu ernähren. Wenn man sich vor Augen hält, wo sie in der Natur leben, erkennt man, was es dort hauptsächlich gibt: Körner, Samen,
frische und getrocknete Pflanzenteile wie Stengel und Wurzeln, Blüten, und Insekten. Es sind vor allem Gras- und Unkrautsamen, die die Tiere dort vorfinden, also eher sog. mehlhaltige als fetthaltige Sämereien.
Dies muß man bei der Fütterung beachten, damit sie gesund bleiben, denn von zuviel fetthaltigen Samen können sie zu dick werden. Vor allem, wenn sie nicht genug Platz haben oder wenn sie nur gehalten und nicht gezüchtet
werden. Also nicht zu viele fetthaltige Samen (Sonnenblumenkerne, Erdnüsse, Hanf, Negersaat, Rübsen) fütern, aber gar keine zu geben ist auch nicht richtig!Eine
Gesamtmenge von ca. 15-20 % Fettsamen im Grundfutter halte ich für ok. 60-70 % bestehen dann aus mehlhaltigen Samen (Getreide, Hirse, Glanz). und der Rest 15-20 % aus Nicht-Samen (Flakes, Erbsenflocken, Welpenfutter,
Johannisbrot, Grünpellets, Trockengmüse). Dies ist eine Richtlinie und kein absolutes Muß. Wenn die Tiere viel Platz zur Verfügung haben oder sich in der Zucht befinden oder in kühlen Räumen oder im Freien
gehalten werden, macht ein höherer Fettsamenanteil sogar Sinn, denn er liefert Energie und damit Körperwärme. Wenn man ihre Ernährung so oder so ähnlich gestaltet, wird man lange Zeit Freude an gesunden Rennern haben.
Als absolut einfachste Mischung nimmt man 2 Teile Wellensittichfutter, und 1 Teil Hamsterfutter.
Nach folgender guter Rezeptur füttere ich derzeit meine Renner:
1 Teil Hamster Crispy Lux von Versele Laga 1 Teil Gerty Guinea Pig Meerschweinchenfutter 2 Teile Wellensittichfutter und dazu etwas an Welpenfutter, Haferflocken, u.ä. Diese Mischung ist leicht variabel, mal
ist es mehr von der einen, mal mehr von der anderen Sorte.
Alle paar Tage eine Portion gutes, duftendes Heu, gelegentlich etwas Trockengemüse und, sehr bleibt, Trocken-Kräuter. Es gibt jede Menge Kräuter, die
frisch oder getrocknet gern gefressen, werden, z.B. Wegerich, Kamille, Löwenzahn, Kleeblüten, usw. Die Nager-Sachen, die es für Chinchillas gibt, Blütengarten oder Wiesenschmaus und so ähnliche Sachen, sind auch gut
für die Rennmäuse.
Dann bekommen sie alle paar Tage etwas Apfel oder Möhre, im Sommer auch frisches Gras, Löwenzahn, Wiesenkräuter usw. Davon aber nur wenig und nicht jeden Tag! In den trockenen Gebieten ihrer
Heinat gibt es auch nicht immer saftiges Grün!
Wichtiger ist meiner Erfahrung nach tierisches Eiweiß. Daher habe ich als Grundversorgung auch Welpenfutter mit ins Futter gemischt. Besser und eine Delikatesse
sind aber Mehlwürmer, die meine Tiere 1 oder 2 x in der Woche bekommen. Vor allem tragende oder säugende Weibchen und Jungtiere brauchen frische, lebende Insekten (Mehlwürmer sind keine Würmer, sondern die Larven des
Mehlkäfers) um sich gesund und kräftig zu entwickeln.
Ab und zu gibt es noch ein Stück Kolbenhirse. Vor allem Jungtiere knabbern da gern daran herum.
Ein Stück Nagerstein oder Sepiaschale werden immer
sofort gern benagt und runden das Angebot ab.
Frisches Wasser bekommen meine Tiere jederzeit, auch wenn sie nicht viel trinken - aber sie trinken! Ins Wasser gebe ich gelegentlich ein Vitaminpräparat.
Mit dieser Art der Fütterung habe ich über Jahre hinweg beste Erfahrungen gemacht. So macht man nichts falsch. Sonst füttere ich nichts, keinen Paprika, keine Trauben, keine Gemüsereste.
Es gibt auch
fertige Rennmausmischungen, diese habe ich nicht alle ausprobiert, bin aber skeptisch! Nicht alles, was teuer ist und toll verpackt, ist auch gut! Mein eigenes Rezept hat sich über viele Jahre bewährt. Besser sind
diese fertigen Mischungen auch nicht.
Fütterungsfehler Was mich echt ärgert, sind manche sog. "Nagerfutter" die wohl für alle Nager plus Kaninchen gleichermaßen gut sein sollen! Absoluter Quatsch!
Wer seine Renner mit so einem Billig-Mischmasch füttert, muß sich nicht wundern, wenn sie nicht gedeihen. Höchstens als Beigabe zur Rennmaus-Mischung kann man so was geben. Nur reines Goldhamsterfutter zu geben ist
auch verkehrt, weil es zu wenige mehlhaltigen Feinsämereien oder Hirse enthält. Diese sind aber Grundlage einer naturgemäßen Rennmaus-Ernährung. |