Es gibt viele
Arten, die als Zimmer- oder Gewächshauspflanze verbreitet sind.Doch wer weiß schon, daß es auch winterharte Palmen gibt, die auch einen mitteleuropäischen Winter überstehen! Zumindest im Weinbauklima kann man einige
Arten auspflanzen (hierzu folgen später noch genauere Infos). Dazu gehören u.a.:
die Chinesische Hanfpalme (Trachycarpus fortunei) und vewandte Arten, die Sabalpalme (Sabal minor), die afghanische Zwergpalme
(Nannorhops sp.), die langsamwachsende Honigpalme (Jubaea chilensis) und in besonders milden Gebieten und mit entsprechendem Mikroklima auch die Kanarische Dattelpalme (Phoenix canariensis) und die Europäische
Zwergpalme (Chamaerops humilis).
Die letztgenannte Art ist meine Lieblingspalme!
Irgendwie gefallen mir diese meist kleinen, dornigen, anspruchslosen und harten Gewächse besonders. Sie finden als Kübelpflanze immer
mehr Beachtung.
Ich selbst habe etliche aus Samen gezogen! Die meisten stammen aus meinem letzten Portugal-Urlaub, bei dem ich von vielen Palmen Samen mitgenommen habe. bis jetzt sehen sie, wie fast alle
Palmensämlinge, noch aus wie grobes Gras, die typischen Fächerblätter kommen erst später.
Die Zwergpalme ist zweihäusig, es gibt also männliche und weibliche Exemplare. Die Früchte sind 2-4 cm groß, oval oder rund,
dunkelbraunrot, etwas süß und essbar, wenn auch ziemlich trocken. Den großen, steinharten Kern kann man nicht essen!
Von der Zwergpalme gibt es einige Formen (oder Unterarten) mit grünen, blaugrünen oder bereiften
Blättern, manche werden fast richtige Bäume mit mehreren Metern Höhe, aber meistens wachsen sie buschig oder mehrstämmig, manche sind auch ganz klein und gedrungen und bleiben unter 1 Meter. Von solchen Exemplaren
stammen meine Jungpflanzen! Sie wachsen relativ langsam. Bis es richtige Palmen sind, wird es noch eine Weile dauern!
Die Pflege der Zwergpalme ist sehr einfach! Sie steht am liebsten im Freien (solange es die
Temperatur zulässt) an einem sonnigen oder zumindest hellen Platz. Da sie sehr kräftige und lange Wurzeln bildet, braucht sie einen relativ großen Topf oder Kübel. Eine Zeitlang verträgt sie auch Trockenheit, gedeiht
aber bei entsprechender Versorgung natürlich besser. Gedüngt wird alle 2 Wochen mit einem normalen Blumendünger, besser aber mit einem Gemüse- oder Geraniendünger. Sie verträgt Frost bis ca. - 9° C, vor allem,
wenn es trocken ist. Wenn es dann doch zu kalt wird, räumt man sie herein, und zwar in einen sehr kühlen Raum, notfalls tut es auch eine nicht ganz dunkle Garage oder ein Keller. Über Winter wird sie nicht gedüngt und
ziemlich trocken gehalten. Normalerweise reicht diese Art der Überwinterung aus von November bis Februar, dann kann sie schon wieder `raus - aber nicht gleich so naß halten! Überhaupt verträgt sie Nässe nicht so gut,
mit Trockenheit kommt sie dagegen gut klar. Sie darf nie im Wasser stehen! Wird der Kübel zu klein, wird sie im Frühjahr in einen größeren mit Palmenerde umgesetzt. Gedüngt wird dann aber erst
einige Wochen später.
Neu! Im Mai ausgesät und seit August ein paar Keimlinge vorhanden von Sabal minor und der seltenen und begehrten Mazari-Palme, Nannorhops ritchiana!
Vor kurzem haben wir die Palmengärtnerei “PalmeperPaket” besucht und
einige herrliche Pflanzen erstehen können, wie z.B. kleine Honigpalmen, eine Phoenix pusilla und 2 Chamaedorea radicalis.
So, und jetzt kommt die absolute Sensation!
Es war im Februar, da stand ich auf der kleinen
Treppe im Garten und aß eine Birne. Mein Blick schweifte umher, bis er sich förmlich an etwas festsaugte, was ich gar nicht glauben konnte! Aber tatsächlich:
entdeckte ich doch da, am Fuße eines
Haselnußstrauches, 3 noch ganz kleine Hanfpalmensämlinge! Sie mußten aus übrigen Samen stammen, die ich im Sommer wohl an diese Stelle geworfen hatte. Und in dem warmen Sommer fanden sie wohl gute Keimbedingungen. Und
sie haben den doch ziemlich harten Winter überstanden! Frisch grün strecken sie ihre Keimblätter empor. Das ist unglaublich, denn gerade Jungpflanzen und erst erst recht Sämlinge sind empfindlicher als große Pflanzen.
Da stehen sie nun, eng beieinander, und stehen ab sofort unter meinem besonderen Schutz!
Ha, in Heidelberg-Ziegelhausen wachsen wilde Palmen in unserem
Garten - kaum zu glauben,
und für mich natürlich was unheimlich Tolles!!
Wir schreiben April 2008. Die o.a. “Pälmchen” wachsen nach wie vor an ihrem Standort und gedeihen! Sie wachsen zwar langsam, aber sie wachsen :)))