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Sich “vermehren wie Kaninchen” müßte eigentlich heißen “sich vermehren wie die Mäuse”! Mäuse sind die fruchtbarsten Säugetiere! Vor allem gilt
dies aber für “echte” Mäuse, wie die allbekannte Haus- oder Farbmaus. Unsere Rennmäuse sind nicht ganz so vermehrungsfreudig wie Farbmäuse, was eigentlich ein Vorteil für die Heimtierhaltung ist.
Rennmäuse lassen sich trotzdem leicht züchten: ein harmonierendes Paar kann ca. alle 6 Wochen Junge haben, besonders, wenn die vorherigen Jungen immer herausgenommen
werden. Bleiben sie in der elterlichen Gruppe, ist irgendwann eine Bestandsdichte erreicht, und es findet vorerst keine Vermehrung mehr statt, bis einige Tiere “abwandern” und wieder mehr Platz ist.
Diese natürliche Geburtenkontrolle funktioniert aber nicht immer, am ehesten noch bei den Wildmongolen. In der Familiengruppe bekommt nur das Muttertier bzw. das dominante Weibchen Junge, alle anderen
Weibchen werden erst gar nicht heiß und wenn doch, dann werden sie nicht trächtig, auch wenn sie sich paaren. Erst, wenn das Muttertier zu alt wird um selber Junge zu haben, tritt eine Tochter an ihre Stelle und
wird neues Alpha-Weibchen. Die Männchen hingegen beteiligen sich zu mehreren an der Paarung mit dem Alpha-Weibchen, doch ist es das Alpha-Männchen, dem hier die Hauptrolle zukommt.
Ein paar Worte über Zuchtmethoden
Ich ziehe die paarweise Zucht vor. Die besten Jungtiere werden für neue Paare ausgesucht und diese neu zusammengesetzt. Auch die Elterntiere werden ggf. mit einem
neuen Partner verpaart. Wenn man darauf achtet, und die “richtigen” Tiere zusammensetzt, kommt es auch nicht zu Streitereien. Der Verwandtschaftsgrad spielt dabei keine wichtige Rolle, wichtig sind
die Vitalität, Tauglichkeit als Zuchttier, Größe und Körperbau, etc. Vor allem lege ich Wert auf besonders große und ausgeglichene Tiere, was durch clevere Selektion und gute Aufzucht zu sehr schönen Ergebnissen
führt.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich auch sagen, daß die öfter geäußerte Ablehnung von Inzucht überwiegend auf mangelnder Kenntnis der Materie beruht und ziemlich
übertrieben wird. Rennmäuse gehören (wie sehr viele andere Nagerarten auch) zu den sog. “inzuchtfesten” Arten. Eine durch Generationen hindurch durchgeführte Inzucht muß absolut nichts Nachteiliges
mit sich bringen! Im Gegenteil: es gibt Inzuchtstämme, die seit -zig Generationen rein gezüchtet werden und sich größter Gesundheit erfreuen. Solche Tiere sind in ihren Eigenschaften sehr gefestigt, ihre Gene sind
bekannt und stabil, und quasi “alle gleich”; man weiß, was ´rauskommt. Wer Inzucht generell ablehnt, versteht nichts von Tierzucht.
Entscheidend ist, daß durch Inzucht nichts Schlechtes entstehen kann! Bitte ganz wörtlich nehmen! Sondern nur das, was bereits in den Genen vorhanden ist, kann dann
zum Vorschein kommen. Wenn da bei den Genen etwas nicht stimmt, also Erbfehler drin sind, dann ist Inzucht in der Tat nicht das Richtige. Mit erbbelasteten Tieren sollte man aber überhaupt nicht züchten, egal ob
Inzucht oder Fremdzucht! In die Zucht gehören nur wirklich erbgesunde Tiere!! Beginne ich mit solchen Tieren eine Inzuchtlinie, werde ich keine Probleme haben.
Auf Eines muß man allerdings achten: für die weitere Zuchtselektion kommen ebenfalls immer nur die Besten/ Gesündesten in Frage. Ein auf diese Art und Weise
aufgebauter Inzuchtstamm wird über alle guten oder erwünschten Eigenschaften verfügen, je nachdem, auf was ich selektiere. Und selektieren müssen wir, weil wir die Fressfeinde des Freilebens ersetzen müssen, die
natürlich immer zuerst die Langsamen oder Unvorsichtigen erwischen, die dann aus der Vermehrung ausfallen und ihre Gene nicht weitergeben können.
Nun ja bevor das hier eine Doktorarbeit wird :))) sage ich nur noch: keine Angst vor Inzucht, wenn die Tiere gesund sind. Bestehen Zweifel, lieber nicht! Dann ist
eine Auskreuzung besser.
Aber wie gesagt: Tiere, bei denen nicht sicher ist, ob sie gesunde Gene haben, sollten überhaupt nicht zur Zucht genommen werden. Was ja nix macht, dann sind es eben
reine “Streichel-” oder Beobachtungstiere, es will ja nicht jeder Renmausbabies haben.
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